NGT

ENTSINNUNG

 

Heilende Zeremonie durch Handauflegung eines Schamanen
Keramik, Colima Stil, Westmexiko, 400 v. Chr. - 100 n. Chr.
Museo de América, Madrid

„Der Nutzen der Neuen Gesellschaft für angewandte Toponymie besteht darin, einen Standort zu ermöglichen, von dem aus wir die Sinnlosigkeit überblicken können, in die wir hineingestellt sind – einen Handgriff und Hebel, an dem wir sie bewegen können.“ (Amaya Barrios, Mitglied der NGT)

Unsere Gegenwart ist voll von unbrauchbaren Begrifflichkeiten, renitenten Genealogien und historischen Missverständnissen, welche bis heute fortwirken. Die NGT ist überzeugt davon, dass auch Sprechakte (Reden, Taufen oder Versprechen) nicht nur als symbolische Ereignisse, sondern als „Handlungen“ verstanden werden können, die eine Änderung des Zustands der Welt zur Folge haben. Wir haben für diese Fälle verschiedene Methoden der „Entsinnung“ entwickelt. Die Hintergründe eines störenden Namens werden erinnert und zugleich von belastenden Sinnzusammenhängen befreit (ent-sinnt):

1.) Störende Toponyme und ihre Auswirkungen werden untersucht und dokumentiert;
2.) praktische Interventionen verhindern, dass ein Sinn fest wird.

Angewandte toponymische Forschung kann eine bedeutende Rolle u.a. in Fällen ungeklärter Territorialansprüche spielen.

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