Was tun, wenn ein Name lästig wird?
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1876 wird die Toponymie erstmals im Oxford English Dictionary erwähnt und als “Hilfswissenschaft” der Geschichtswissenschaft, Linguistik und der historischen Geographie definiert. 1955 gründet der deutsch-peruanische Linguist, Autor und Bergsteiger J.C. Duenkel die Gesellschaft für Toponymie (Sociedad Toponímica) in Santiago de Chile. Er entwickelt experimentelle Methoden, die das Verhältnis zwischen Sprache und Wirklichkeit untersuchen und wird damit zum Wegbereiter der modernen Toponymie.
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Im Sinne Duenkels verfolgt die NGT eine performative Toponymie, die nicht auf einen etymologischen Fixpunkt zielt, sondern gerade den Abgrund zwischen Territorium und Zeichen freizulegen versucht. Die NGT untersucht die Hintergründe eines Namens, physische Auswirkungen von Sprechakten, lästige Homonymien und semantische Verklemmungen. Sie arbeitet orts- und materialbezogen; sie beobachtet, begleitet und schlägt operative Methoden vor.
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Die NGT hat keinen festen Sitz; sie existiert immer dann und dort, wo sich Toponymiker zu einer gemeinsamen Mission zusammenfinden. Toponymisches Forschen bedeutet “Denken im Freien”. Ein Denken, das von seinem Gegenstand infiziert wird. Die NGT glaubt an die Kraft der Abschweifung, an die Exkursion und den Exkurs als Form. Im Rahmen von Feldforschungen, Wortschatzsuntersuchungen, Workshops und Publikationen, wird toponymisch arbeitenden Wissenschaftlern und Interessierten Raum gegeben.